Steuerpflichtiger Veräußerungsgewinn

Spekulationssteuer bei Ferien- und Zweitwohnungen | 27/11/2017

Bei Kapitalanlageobjekten spricht man von Immobilien, die zur Gewinnerwirtschaftung,z.B. Fremdvermietung angeschafft wurden. Diese Kapitalanlageobjekte unterliegen einer Spekulationssteuer für den Fall, dass sie vor Ablauf von 10 Jahren verkauft werden. Das gleiche gilt auch für Ferienwohnungen, die nicht selbst, sondern rein für die Fremdvermietung angeschafft werden. Der Veräußerungsgewinn ist steuerpflichtig nach § 23 Abs. 1 Nr. 1 EStG. Eine Ausnahme gibt es bei eigengenutzten Immobilien: Eigentumswohnungen, Ferienobjekte, Häuser etc., die zu eigenen Wohnzwecken angeschafft und dann auch mindestens 2 volle Jahre und ein angefangenes genutzt wurden.Hier ist der v.g. Paragraf  nicht anwendbar, es fällt kein Spekulationsgewinn an. Selbstverständlich fällt auch kein Spekulationsgewinn an, wenn die Immobilie mit Verlust verkauft wurde.

Bisher noch nicht geklärt war das Mischverhältnis zwischen eigengenutzten und vermieteten Ferienwohnungen . Hier gibt es aktuell ein Urteil vom Bundesfinanzhof Juli 2017 (27.Juli 2017 IX R 37/16) Danach muss eine Ferienwohnung nicht  das ganze Jahr tatsächlich zu Wohnzwecken genutzt werden, sollte aber zur Nutzung zur Verfügung stehen. Eine Klausel der Eigennutzungsmöglichkeit in einem Objektbetreuungs- oder Verwaltervertrag wäre hier ein Indiz. Die Möglichkeit der Eigennutzung muß in einem Zeitraum von 3 Jahren erfüllt sein, wovon nur im mittleren Kalenderjahr eine ganzjährige Nutzungsmöglichkeit gegeben sein muß.