Mieterhöhungsverlangen des Vermieters

Formen der Mieterhöhung | 26/4/2018

Kein Mieter ist vor einer Mieterhöhung im Laufe der Mietzeit geschützt. Der Mietvertrag gibt her, auf welche Art und in welcher Form der Vermieter und Mieter eine Mieterhöhung vereinbart haben. So kennen die meisten der Mieter aus den 90érn noch die klassische Staffelmiete. Hier wird jährlich und auf einen festen Zeitraum die Miete zu vorher fest vereinbarten Kaltmietpreisen in gestaffelter Form vereinbart. Sollten sich die Mieten vergleichbarer Wohnobjekte durch eine stärke Nachfrage oder andere wirtschaftliche Einflüssel regelkonform nach oben entwickeln, ist der Vermieter dennoch an die vereinbarte Staffel in diesem Zeitraum gebunden.  Sollte umgekehrt die Miete am Ende der Staffel mehr als 110% der ortsüblichen Vergleichsmiete betragen, wäre die Mietstaffel unwirksam. Die Anpassung nach einer ortsüblichen Vergleichsmiete und der Staffelmiete sind unwirksam. Liegt ein Staffelmietvertrag vor, sind auch keine Modernisierungserhöhungen nach §557a Abs. 1 BGB mgl.

Interessant und dennoch selten verwendet, wird die Indexmiete. Bei einem Indexmietvertrag kann der Vermieter die Miete jährlich erhöhen und zwar nach dem Preisindex für die Lebenshaltung privater Haushalte, nachzulesen hier.
Das Statistische Bundesamt veröffentlicht monatlich die aktuellen Zahlen. Eine Kombination der ortsüblichen Miete und der Indexmiete ist hier ebenso wenig mgl., wie Erhöhungen nach angekündigter bzw. erfolgter Mieterhöhung wie v.g.

Diese Vereinbarung kann also durch aus für beide Mietseiten Vorteile bringen, zumal auf einen langen Mietzeitraum die Preisentwicklung vorher nicht absehbar ist. Der Vermieter kann jährlich die Miete anpassen, die Miete muß 1 Jahr unverändert bleiben. Richtwert ist jeweis der aktuelle Preisindex, die Umrechnung der Punktdifferenz erfolgt in Prozentwerten.

z.B. Ein Mietvertrag wurde mit Mietbeginn 01.05.2005 zu einem Kaltmietpreis von 450€ + Nk (Nebenkostenvorauszahlung) vereinbart.  Seinerzeit lag der Preisindex bei 92,2 und heute zum 01.03.2018 liegt der Preisindex bei z.B. 110,7. Damit liegen 18% Erhöhung der Lebenserhaltungskosten dazwischen. Die Miete kann also zum 01.05.2018 um 18,5% auf die Kaltmiete erhöht werden. Die Mieterhöhung wird immer erst zum übernächsten Monat fällig. Wurde die Erhöhung also im März angekündigt beträgt die neue Miete 533,25€ +Nk.

Wurde keine Staffel und kein Indexmiete vereinbart, findet man in den Mietverträgen sehr häufig die Formulierung: Mieterhöhungen auf Grund gesetzlicher Vorgaben oder nach den jeweils gültigen gesetzlichen Vorschriften sind mgl, vor.

Mein Tipp: gut ausgebildete Makler und Hausverwalter kennen sich in der Gestaltung von Mietverträgen gut aus und können Ihnen den einen oder anderen Tipp geben. Nehmen Sie sich die Zeit und lassen sich vor Auftragserteilung ausführlich überzeugen von deren Fachwissen und Kompetenz.  Die Firma Sylvia Lampe Immobilien betreut Sie gern bei der Vermietung, Abnahme, Übergabe und auch im Hinblick auf die seriöse Mietersuche und Mietvertragsgestaltung.