Grundsteuerrecht wird überarbeitet

Was man wissen sollte | 18/10/2018

Wissenswertes zum Thema: Grundsteuer

Die Grundsteuer und die Gewerbesteuer sind die wichtigsten Steuereinnahmen der Gemeinde. Die Grundsteuer ist eine Realsteuer, die Bearbeitung und Kontrolle unterliegt dem Finanzamt. Die Bewertung erfolgt in der Kategorie A für Land- und Forstwirtschaft und B für bebaute Grundstücke. Die Grundlagen der Erhebung legt die Gemeinde über die Satzung fest. Die Gemeinden und Städte schreiben damit den Hebesatz fest, der ein wichtiger Faktor neben dem Zeitraum und der Steuermesszahl ist. Zusätzlich erfolgt eine Bewertung nach den Vorschriften des Bewertungsgesetztes. Grundstücksgröße, vor allem aber die Wfl. und Nfl. und wie diese genutzt wird, ist entscheidend bei der Einstufung. Nicht entscheidend ist, ob im Grundbuch eine Hypothek eingetragen ist. Jedoch nimmt ein Wohnrecht, Nießrecht oder Erbbaurecht Einfluss. Dies kann mindernd nach §3 bis §6 GrStG einwirken. Für die Grundsteuer wird der Grundstückseigentümer steuerpflichtig. Wie ist es da bei Erbpacht, im Gegensatz zum Eigentum am Grundstück ist hier geregelt, dass nicht der Erbpachtrechtsgeber, sondern der Nutzer die Grundsteuer zahlt, da bei ihm ja auch der wirtschaftliche Nutzen liegt.

Wie wird die Grundsteuer ermittelt?

Das Finanzamt stellt die Höhe des Einheitswertes fest. Wie schon voran geschildert nach den genannten Kriterien, dann erhält die zuständige Behörde den Einheitswertbescheid. Auf der Grundlage dieses Bescheides wird der Grundsteuermessbetrag ausgerechnet und mit dem individuellen Hebesatz multipliziert. Steuermessbetrag wird mit der Steuermesszahl multipliziert(§14 und §15 GrStG), beim Multiplikator ist die Nutzung und Grundstücksart entscheidend. Höher gewertet ist ein Wohngrundstück, niedriger gewertet ein gewerblich genutztes Grundstück. Außerdem entscheidet sich die Art der Nutzung EFH 2,6%-3,5%, Zweifamilienhaus 3,1% u.s.w. Der allgemeine Hebesatz für Magdeburg Grundsteuer B wird in den nächsten Jahren angepasst. Beispiel: Einheitswert eines Grundstücks auf 30.677 € festgesetzt, maßgebliche Steuermesszahl 3,5 von 1000, Steuermessbetrag dann 107,37, bei einem angenommenen Hebesatz von 300% ergibt dies eine jährliche Grundsteuer von 322,11 €

2018 wurde die Grundsteuer durch das Bundesverfassungsgericht geprüft. Es ist damit zu rechnen, dass die Grundsteuer im Jahr nach der Neuregelung das bis zu 3fache beträgt.

Immobilienbesitzer werden zur Kasse gebeten, die Steuer kann auf die Mieter umgelegt werden. Teurer wird es somit für alle, insbesondere nach Modernisierung.

Die Reform war längst überfällig, weil in den alten und neuen Bundesländer nicht die gleichen Maßstäbe in der Umsetzung angewandt wurden. Eine Prüfung in Größenordnung folgt in den nächsten 2 Jahren sowohl in den alten Bundesländern, als auch in den neuen. Einheitswerte sollen alle sechs Jahre in einer Hauptbewertung geprüft werden (Paragraf 21 Bewertungsgesetz).

Das wurde bisher versäumt und muss nun auf Grund des Erlasses übers Knie gebrochen werden.

Was ändert sich 2019?

Viel zu tun, packen wir es an. Gern unterstütze ich meine Kunden beim Ausfüllen der Fragebögen und helfe mit meinem Fachwissen weiter.

Eure Sylvia Lampe Kauffrau der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft (IHK) und Sachverständige.