Mietrecht

fristlose Kündigung durch Pflichtverletzung | 1/10/2020

In der Praxis erlebe ich es immer wieder, dass Vermieter auf Grund schlechter Erfahrungen Haustierhaltung untersagen.

Schlechte Erfahrungen fragen sich nun die einen oder anderen Tierliebhaber, zu denen ich mich auch zähle.

Ja, dies gibt es gerade in größeren Wohnanlagen oder MFH - egal ob alle einem Vermieter gehören oder noch schwieriger -
die Wohnungen verschiedenen Eigentümern zuzuordnen sind.Hausverwaltungen sind da nicht zu beneiden.
Die Beschwerden der Mieter häufen sich zurecht durch ruhestörenden Lärm:

Hunde werden in der Wohnung den ganzen Tag alleine gelassen. Auf den Nachbarn, der in Schichten arbeitet, wird wenig Rücksicht genommen.

Hunde werden im Hausflur nicht angeleint, trotz mehrfacher Aufforderung und Hinweis.
Auch hier sollte eine Verwaltung und ein Vermieter unverzüglich Hilfe leisten, wenn er die guten Mieter nicht verlieren will.

Und so führte ein Streitfall in der Sache bis zum Bundesgerichtshof.

Freilaufende Hunde in einer Wohnanlage oder im Hausflur sind untersagt. Läßt ein Mieter trotz wiederholter Abmahnung die Hunde
frei laufen, kann dies die fristlose Kündigung rechtfertigen.

Der hat jetzt entschieden, dass die fristlose Kündigung nach erfolgter Abmahnung gerechtfertigt ist.
Gibt es also von Beschwerden anderer Mieter im Haus Hinweise, welche ein Tätigwerden (Abmahnung durch die Verwaltung)
rechtfertigt, sollte diese unverzüglich handeln.

In der Folge könnte es sonst zu Mietminderungen geschädigter oder belästigter Mieter führen.

 

(BGH 2.1.2020 VII ZR 328/19)