Bestellerprinzip - Hausverkauf

Maklerprovision trägt demnächst nur noch der Verkäufer ? | 25/2/2019

Was in einigen Regionen, bereits üblich ist, soll jetzt Kraft Gesetz in allen Bundesländern durchgesetzt werden. (Drucksache 19/4557)
Gesetzentwurf: Bestellerprinzip

Wikipedia zum Bestellerprinzip


Zum Schutz des Verbrauchers vor überhöhten Kosten beim Kauf einer Immobilie hat Bündnis 90/die Grünen einen Gesetzentwurf eingebracht.
Über Sinn und Unsinn läßt sich in der Formulierung bekanntlich streiten. Unsinnig finde ich, dass hierdurch Kosten eingespart werden. Sinnig finde ich, daß diese Kosten dann zukünftig über den
Kaufpreis der Immobilie mitfinanziert werden. Klar ist, dass sich der Gesamtpreis damit weiter verteuert.
Von Einsparung in dem Sinn, kann keine Rede sein. Dennoch erleichtert es der einen oder anderen jungen Familie den Kauf der Immobilie, die u.U. heute auf Grund zu geringen Eigenkapitals für Nebenkosten, bei der Bank abgewiesen wurden.

Ob man damit Verbrauchern letztlich etwas Gutes tut, wird sich zeigen im Hauskauf - Wohnungskauf.

Das Bestellerprinzip bedeutet auch, dass Käufer weiterhin die Maklerprovision tragen, wenn sie einen Makler beauftragen. Da zur Zeit die wenigen Kaufobjekte zu überhöhten KP angeboten werden, ist die Praxis, dass Kunden sich an ein Maklerbüro mit dem Suchauftrag wenden. In dem Fall bleibt es dabei: der Käufer ist Besteller und zahlt die Provision. Bleibt zu hoffen, dass die eingebrachten Vorschläge praxisorientiert noch einmal überdacht werden und nicht an der Basis vorbei gehandelt wird.

Meine Meinung nach wie vor: Wer nicht wenigstens 15-20% Eigenkapital nachweisen kann, sollte mit dem Kauf eines Eigenheims - Hauskauf - Wohnungskauf - noch etwas warten und sparen.

Bisher war die Basis des Maklervertrages die Beratung im Wert der Immobilie und der Durchsetzbarkeit. Danach wird ein Vertrag geschaffen, der zwischen dem Makler und Verkäufer ausgehandelt wurde.

Hier: KP Höhe, Provisionshöhe, Kostentragung und Laufzeit.  Auf Grund einschneidender Vorschriften sind Makler schon hier zur Dokumentationspflicht und Beachtung der Auflagen nach dem Geldwäschegesetz angehalten. Die Arbeit der Maklertätigkeit nimmt mehr und mehr zu, um so gerechter ist dann im Erfolgsfall die Entlohnung. Eine faire Entlohnung wäre in meinen Augen, dass die Maklerprovision hälftig geteilt wird. Eine einheitliche Richtlinie, ob so oder so, ist durch den Gesetzgeber gar nicht so verkehrt, da es dann einheitlich bei allen Maklern im ganzen Bundesgebiet so zu handhaben ist und keiner hierdurch einen Werbevorteil erhält oder ein anderer sich rechtfertigen muss.

Zu Aussagen von Politikern, wie Katrina Barley, dass die Maklerprovision zu hoch ist und junge Leute durch die Entlastung bei der Maklerprovision eher an bezahlbaren Wohnraum kommen, halte ich nichts. Die Kernfrage ist: haben junge Leute in den letzten Jahren Eigenkapital angespart oder ansparen können und was heißt zukünftig bezahlbarer Wohnraum. Wohin entwickeln sich die Verkaufspreise und bleibt es nicht regional- und wirtschaftsabhängig?

Und bisher ist die Provision erfolgsorientiert und ausgehandelt. Viele Termine und Bemühungen des Maklers bleiben unentlohnt, die Aufwendungen für Werbung, Versicherungen, Bürokosten, Personal u.a. mal ganz ausgenommen. Einige Kunden bleiben den Terminen so fern, wie Politikern den Sitzungen beim Bundestag, nur mit dem Unterschied, dass Politiker hierfür trotz Abwesenheit bezahlt werden.

Ständige Auflagen und Änderungen in der Gewerbeordnung bedeuten zusätzlche Kosten für Wohnungsverwalter, Wohnungsvermittler, wie derzeit gerade die Neuregelung des §34c. Dies bedeutet zusätzliche Bürokratie auch für ausgebildete und langjährige Makler- und Verwaltungsbüros sowie Kosten für ein Führungszeugnis, IHK Nachweis, neue Gewerbeerlaubnis u.a. Dokumente.

Warum gibt es keine Auflagen an Politiker ein Führungszeugnis vor- und eine Fachkundeprüfung abzulegen?

Warum wird der Mittelstand geschröpft, statt die Wirtschaft gestärkt?

So wie hier bei dem Vorstoß der Maklerprovision bringen einige Themen im Bundestag nur Unfrieden, mehr Bürokratie und auf keinen Fall eine Entlastung für den Endkunden.

Denn, wenn die Maklerprovision zukünftig der Verkäufer zahlt, dieser dann den KP höher ansetzt, zahlt der Endkunde die Notargebühren und Grunderwerbsteuer auf den KP und unter dem Strich
kommt eine viel höhere Summe raus, als vorher.  Und wenn der Käufer, der Besteller (Auftraggeber) war, zahlt er weiterhin die Maklerprovision.

Aber diese Kunden werden es dann bei der nächsten Wahl zu berücksichtigen wissen.

#Maklergebühren #Steuern #Verbraucherschutz #höhere Abgaben